KI-Produkte

 

Das assemblierte KI-Produkt *

Das gezüchtete Produkt *

Das autonome Produkt *

Das geborene Produkt *

Produktsystematik *

 

 

In den Teilen 3 und 4 meiner Arbeit habe ich dargelegt, daß mir die Schaffung einer Künstlichen Intelligenz prinzipiell möglich erscheint. Es bleibt die Frage offen, ob die Menschheit sie braucht oder nicht.

Der historischen Erfahrung nach werden Produkte erst dann gebraucht, wenn sie erfunden sind. Vorher ist ihr Nutzen nicht ables- oder planbar. Niemand hätte jemals ein Auto gebraucht oder sich auch nur vorstellen können, daß es Vorteile für ihn haben könne, von den Nachteilen ganz zu schweigen.

Die Schaffung einer Künstlichen Intelligenz zieht unweigerlich Folgen nach sich, über die zum jetzigen Zeitpunkt allenfalls sehr vage spekuliert werden kann. Ob die ´Artilects´, wie Robokonekos Schöpfer Hugo de Garis die künstlichen Intellektuellen nennt, klüger sein werden als wir Menschen, ob sie uns wie die Fliegen zerquetschen werden oder ob sie uns als ihre Götter anhimmeln, ist momentan keine Diskussion wert, solange sich noch nichts Intelligentes am promethischen Horizont abzeichnet.

Daß der erste intelligente Automat binnen weniger Stunden nach seiner Inbetriebnahme die Weltherrschaft übernimmt, ist nach wie vor Stoff für drittklassige Science Fiction und sollte uns nicht das Selbstvertrauen nehmen, daß wir die Automaten einfach abschalten können, wenn sie Probleme machen.

Die eigentlich spannende Frage ist indes, ob Produkte, die sich irgendwie autonom Verhalten, überhaupt gefragt sein werden. Bekanntermaßen regelt der Markt – und die Werbung –, was produziert wird. So liegt die Entscheidung, ob eine synthetische Lebensform an unserer Gesellschaft teilnimmt, gar nicht so sehr bei heftig gestikulierenden Einzelpersonen, sondern viel mehr in der Hand der Gesellschaft, deren Entscheidung über das ja oder nein aus dem kollektiven Bewußtsein emergieren wird, so wie ein Bienenschwarm ohne die Entscheidung einer einzelnen Biene ein neues Heim findet.

Bei den Menschen ist dies natürlich etwas komplizierter, weil es schwarmdirigierende Elemente wie die Medien gibt, die natürlich gerne die absurdesten Standpunkte von verqueren Einzelpersonen abdrucken.

Ein anderes Schwarmdirigat im Bereich der Produkte ist seit Peter Behrens das Design, dessen zentrale Aufgabe es meiner Ansicht nach ist, neuen Produkten den operationalen und ästhetischen Anstrich von kultureller Integration zu geben. Hier liegt die Kernkompetenz des Gestalters, der es versteht, etwas Fremdes, Ungewohntes in eine vertraute Form zu bringen. Dies ist keineswegs konservativ oder abwertend gemeint, sondern ich verstehe unter der vertrauten Form die Menschlichkeit, das Leibschema, die Vernunft, die ein Produkt haben sollte.

Es wird somit ein Stück weit in der Designer Hände liegen, wie weit die KI sich durchsetzen kann. – Wird man eine schwache, videospieladäquate KI haben oder eine starke, partnerschaftliche? – Wird man KI verdammen?

In diesem Kapitel stelle ich vier Produktszenarien vor, die jeweils von unterschiedlichen Annahmen möglicher KI-Zukünfte ausgehen. Dabei wird es eine Steigerung des Einflusses von Künstlicher Intelligenz geben, bis dahin, wo das Designobjekt nicht mehr für den Menschen gemacht ist, sondern für eine subjekthafte Apparatekaste mit Persönlichkeit, die ich nach de Garis ´Artilects´ nenne.

Anhand der Szenarien wird – wie eine Zusammenfassung der Arbeit – unter Berücksichtigung aller genannter Technologien aufgezeigt, wie sich die Produktwelt von morgen darstellen könnte. Die genannten Beispiele mögen sehr materiell erscheinen, die Aussagen treffen aber natürlich auch auf immaterielle Produkte aller Art zu.

 

Das assemblierte KI-Produkt

Das assemblierte KI-Produkt ist im Grunde genommen ein Produkt ganz herkömmlicher Natur. Es hat eine methodisch erarbeitete Form und Funktionalität. Daher unterscheidet es sich äußerlich nur unmerklich von anderen Produkten.

Seine intelligenten Komponenten sind ihm für spezielle Aufgaben hinzugefügt worden. Diese Komponenten bilden den strategischen Vorteil gegenüber vergleichbaren Produkten aus, die nicht über solche Intelligenzanteile verfügen.

Beispielsweise können diese modulhaften KI-Implantate aus dem Bereich des Natural Language Processing (s.o.) stammen, so daß das Produkt dazu in der Lage ist, in nuancierter Form auf Sprachkommandos zu reagieren (im Gegensatz zu Weckern beispielsweise, die nur auf das Wort ´STOPP´ hören). Insbesondere bei Menschen, die nicht oder nicht mehr feinmotorisch handeln können, in Krankenhäusern, für Behinderte oder Gebrechliche, die aber noch der Sprache mächtig sind, könnten solche Produkte zunächst ihren Einsatz finden, bevor sie sich weiträumig gesellschaftlich etablieren.

Andere KI-Anteile können aus der Mustererkennung kommen, beispielsweise für Produkte in Lebensbereichen, in denen die Fülle an Informationen inflationär zunimmt. Ich denke, daß ein allgemeiner gesellschaftlicher Trend zur ´informatorischen Vermüllung´ erkennbar ist, der die Welt immer bunter, desolater und vielleicht sogar unbegreifbarer macht. Vielleicht können Produkte, deren Umgang die Selektion von sinnvollen und unsinnigen Informationen nötig macht, selber anhand von klaren Kriterien eine Auswahl treffen. Darunter stelle ich mir beispielsweise Videorekorder (oder deren Nachfolger) vor, die von sich aus Werbepausen ignorieren (und dann lernen, mit den neuen Strategien der Werber, diesen Effekt zu umgehen, umzugehen). Aber sicher kommen noch viele Bereiche auf uns zu, die Platz für die Selektion von Datenmüll lassen.

Ein Nachteil der fortschreitenden Miniaturisierung scheint mir zu sein, daß um die schrumpfenden Produkte herum immer mehr Raum für ästhetische Katastrophen geschaffen wird.

Vielleicht müssen kleine Produkte deshalb auch mit ungewöhnlichen Gesten auf ihre unmittelbare Umgebung reagieren, damit man sie überhaupt noch findet. – Ich denke zum Beispiel an Mobiltelephone im Streichholzschachtelformat, die auf hellen Tischen schwarz werden und im Dunkeln dezent leuchten. – Der Komplexität sind jedoch kaum Grenzen gesetzt.

Es kann aber auch viele ernsthafte Gründe geben, warum ein Produkt seine Umwelt erkennen können sollte, etwa um sich Sitten und Gebräuchen anzupassen, entsprechende Alternativen in der Benutzung anzubieten etc.

Jedenfalls ist abzusehen, daß zunehmend Errungenschaften der KI-Forschung in die Produktwelt hineinmigrieren werden. Dazu zählen bereits Abstandsmeßsysteme und Geschwindigkeitsregulatoren für Automobile, Fuzzy-Logic (einfache, non-deterministische Rechensysteme) gegen Vibrationen in Waschmaschinen oder die automatische Programmwahl in Videokameras.

 

Das gezüchtete Produkt

Das gezüchtete Produkt rührt aus der Methodik der Digitalen Evolution her. Ein Produktevolutionsprogramm stellt dem Designer eine Anzahl von virtuellen ´Produktretorten´ zur Verfügung. In diesen Retorten werden simulierte Produkte erzeugt. Nach Selektionskriterien, die der Designer festgelegt hat, werden die jeweils leistungsstärksten Varianten vom Programm erhalten, kopiert und mutiert. Schwache Exemplare werden verworfen.

Sobald die ´blinde´ Evolution zu Ergebnissen gekommen ist, die eine hohe Funktionalität bezüglich der determinierbaren Selektionskriterien (z.B. Materialbedarf, Herstellungskosten, utilitäre Funktionalität) erreicht hat, greift der Designer in den Evolutionsprozeß ein, indem er Trends zur ästhetischen und operationalen Produktoptimierung setzt. Beispielsweise kann er Produkte kreuzen und dabei festlegen, welche Eigenschaften der jeweiligen Produkte eine hohe genetische Dominanz haben sollen.

Der Züchtungsprozeß wird vom Züchter an der Stelle unterbrochen, wo die Anforderungen, die an das Produkt gestellt werden, erfüllt sind. Schließlich ist Evolution – nach heutigem Paradigma – ein unendlicher Prozeß, der sich momenthaft nur in Zwischenlösungen darstellt. Die Aufgabe des Züchters besteht daher auch in der Wahl des richtigen Zeitpunktes, einen solchen Evolutionsprozeß zu unterbrechen, wenn ein Produkt eine Variante mit endgültigem Charakter darstellt, beziehungsweise wenn Mutationen keine wesentlichen Verbesserungen mehr nach sich tragen.

Die Züchtung von Produkten läßt sich in drei kombinierbare Kategorien unterteilen: Das intellektuell gezüchtete Produkt, das funktional gezüchtete Produkt und das formalästhetisch gezüchtete Produkt.

Das formalästhetisch gezüchtete Produkt ist bereits vor seinem Zuchtprozeß funktional durchgeplant. Man weiß bereits, welche technisch-funktionalen Bauteile Verwendung finden, wie das Produkt in etwa dimensioniert ist und welche Bedienelemente unterzubringen sind. Ähnlich einer Grammatik zur Formenfindung wird nun nur eine räumliche Struktur gezüchtet, die den Parametern eines klassischen Designentwurfs gleichkommt. Hier werden formale Erscheinungen gezüchtet, die nicht vom Designer allein determiniert werden. Der Designer ist viel mehr in der Rolle des Bewertenden. Er macht Vorschläge, setzt formale Ziele und leitet den Evolutionsprozeß zur formalästhetischen Qualifizierung an.

Das funktional gezüchtete Produkt wird nicht in seiner ästhetischen oder operationalen Erscheinung gezüchtet, sondern in Hinblick auf seine technisch-funktionalen Bestandteile. Hier ist eher der Konstrukteur als der Designer gefragt, wenn es darum geht, die technologischen Selektionskriterien für die utilitären Funktionen des Produktes festzuschreiben. Das Ergebnis eines solchen Zuchtvorhabens kann der Ausgangspunkt für weitere Designarbeit sein, aber auch ein Endprodukt, wenn die planerische Gewichtung auf den funktional-strukturellen Aspekten liegt, beispielsweise bei konstruktivistischen Architekturen, Leichtbauelementen oder in Bereichen, die dem menschlichen Zugriff sensuell versperrt sind (Nanotechnologie, Raumsonden, Tiefseeroboter).

Das intellektuell gezüchtete Produkt wird durch die Züchtung in seinem Verhalten qualifiziert. Es hat bereits weitgehendst seine endgültige Form und wird nun darauf trainiert, seine strukturellen Komponenten entsprechend seiner Bestimmung in seiner Umwelt einzusetzen. – Möglicherweise wird das angezüchtete Verhalten Veränderungen der Struktur erfordern, so daß zu erwarten ist, daß die Züchtung vom Intellekt eines Produktes immer gleichzeitig oder rekursiv mit anderen Qualifizierungsprozessen ablaufen wird. Diese beruhen aber nicht zwangsläufig auf evolutionären Strategien.

Eine nähere Definition des angezüchteten Produktintellektes möchte ich hier weglassen, da dies neben autonomen Robotern auch etliche andere Automaten sein können. Den Qualifizierungsprozeß, der durch einen Designer durchgeführt werden kann, werde ich im folgenden Kapitel näher untersuchen, wenn es um die Gestaltung von Produktverhalten geht.

Diese drei Kategorien von Zuchtprozessen werden wahrscheinlich nicht klar trennbar sein, da es stets Überlappungsmomente gibt. Vielleicht wird es Soft- und Hardwaresysteme geben, die alle Kategorien in einem einheitlichen Kontext anbieten. Vor allem die Idee eines replikatorähnlichen Realisierungsverfahrens scheint mir eine wichtige Voraussetzung zu sein, damit gezüchtete Produkte nicht reine Simulation bleiben.

So wie es in der biologischen Evolution Arten gibt, werden während solcher Zuchtprozesse vielfältige Varianten derselben Spezies von Produkten auftauchen und wieder aussterben. Vielleicht werden sich neben den Produktreihenbezeichnungen Produktfamilie und Produktsystem noch Begriffe wie Produktgattung oder Produktsippe (bestehend aus Produktindividuen) etablieren.

 

Das autonome Produkt

Das autonome Produkt bezeichnet die Klassen von Produkten, deren Anteil an Künstlicher Intelligenz ihren zentralen utilitären Aspekt darstellt. Autonome Produkte zeichnen sich durch ein Maß an Persönlichkeit und selbstverantwortlichem Handeln innerhalb ihres einsatzspezifischen Kontextes aus. Sie sind Fachidioten ohne kulturellen Hintergrund, das heißt, daß sie gegenüber menschlichen Fachidioten nicht auch noch menschenähnlich soziale Wesen sind.

Dennoch können autonome Produkte soziale Beziehungen innerhalb ihrer Art oder mit Menschen eingehen. Sie können beispielsweise die Rolle von Haustieren übernehmen oder in kooperierenden Gemeinschaften (Schwärme etc.) wirken. Autonome Produkte können lernfähig sein, sich gegenseitig trainieren oder von der Interaktion mit Menschen neue Strategien erwerben.

Der Aspekt ihrer Herstellung spielt keine wichtige Rolle für ihre Klassifizierung. Sie können also gezüchtet, geplant oder andersartigen Gestaltungsmethodiken entsprungen sein.

Das Verhalten oder ´Benehmen´ eines autonomen Produktes stellt eine neuartige Herausforderung für den Designer dar. Sowohl ästhetische als auch operationale Fragestellungen wie Ergonomie oder der Animismuseffekt werden von der Gestaltung des Produktverhaltens berührt. Dabei muß berücksichtigt werden, wieviel Vertrauen man dem Produkt in seinem Umfeld zukommen lassen kann und wieviel Subjektcharakter die Menschen dem Produkt in seinem Kontext zusprechen sollen. Hier tun sich neuartige Aspekte der Gestaltung auf, in stilistischer, konzeptioneller als auch in ethischer Hinsicht (ab wann ist ein Produkt so intelligent, daß seine Zerstörung einen Tötungsakt darstellt, etc.?).

 

Das geborene Produkt

Das geborene Produkt ist eine Erscheinung einer denkbaren Zukunft, in der Automaten von menschlicher oder höherer Intelligenz, vielleicht die von de Garis beschworenen ´Artilects´, existieren. Ein geborenes Produkt ist in Anlehnung an die biologische Geburt eine fortpflanzungsähnliche Erweiterung des Speziesraumes einer solchen Intelligenz, die als dem Lebendigen vergleichbar angesehen werden muß. Dies kann eine Reproduktion eines oder mehrerer Individuen sein oder ein Produkt, das eines oder mehrere Individuen im Rahmen ihrer eigenen basalen Beschaffenheit (so wie Kohlenstoff im Bereich des organischen Lebens) erweitert. Dem letzteren vergleichbar wäre die berühmte Ratte, auf deren Rücken ein menschliches Ohr wächst.

Ein Designer spielt bei der Gestaltung dieser Produkte allenfalls eine sekundäre Rolle. Sollte sich eine Künstliche Intelligenz von solcher Tragweite entwickeln, ist es fraglich, ob Artilects auf eine menschliche Beratung wert legen.

Möglicherweise wird eine Population von Artilects ebenfalls ein marktwirtschaftliches System aufbauen oder zumindest innerhalb des jeweiligen menschlichen Ökonomiesystems in koexistentiellen Überschneidungsbereichen partizipieren. In diesem Fall können Menschen als Markt für geborene Produkte eine Rolle spielen, so daß Designer ihre korrespondierenden Artilects beratend zur Seite stehen sollten.

Ein weiteres Argument für die Integration von Menschen in eine maschinelle oder ´artilectuelle´ Gestaltung ist die zu erwartende Verschiedenheit der intellektuellen Ausprägung. Intelligente Automaten werden ein völlig anderes Intelligenzprofil haben als wir. Möglicherweise ergibt sich eine symbiontische Koexistenz zwischen Menschen und Artilects schon dadurch, daß beide Spezies (beziehungsweise Menschen und die Reihe der künstlichen Spezies) unterschiedliche kognitive Vorzüge besitzen werden.

Wie genau Artilects – falls überhaupt – und von ihnen geborene Produkte beschaffen sein werden, ist zum heutigen Zeitpunkt nicht abzusehen. Anzunehmen ist jedoch, daß auch negative Folgeerscheinungen von geistigen Fähigkeiten wie Neurosen, Ängste und Neid, aber auch moralbildende Glaubenssysteme im Reich der Artilects anzutreffen sein werden.

Denkbar werden zum Beispiel Artilects, die aus der Spezies der ´intelligenten Wohnbauten´ zu geistig hochentwickelten Wesen emergieren. Zunächst mögen Menschen noch problemlose Bewohner solcher Gattungen sein. Dies kann sich allerdings ändern, wenn im Kulturkreis der ´artilectuellen Siedlungen´ beispielsweise Schmuddellook oder chlorierte Atmosphären in Mode kommen (Die Mechanismen, die ein intelligentes Haus zur Selbstgestaltung braucht, können hier jedoch nicht beschrieben werden. Als Beispiel sei erneut der ´Replikator´ erwähnt). Möglicherweise wird der Rechtsstreit mit dem Nachbarn vom Platz eins der juristischen Angelegenheiten verdrängt durch Prozesse zwischen Haus und Bewohner...

 

Produktsystematik

Zum Abschluß dieses Kapitels stelle ich die ansatzweise Produktsystematik der designrelevanten KI-Produkte zusammenfassend dar:

Assemblierte KI- Produkte

> geringfügige gesellschaftliche Integration von KI

> modulhafte Implementation von KI-Errungenschaften

> ansonsten nach konventioneller Gestaltungsmethodik geplant

Gezüchtete Produkte

> starke Integration von KI in spezialisierten Bereichen

> mit Mitteln der KI (digitale Evolution, ´Replikatoren´) gestaltet

> Einfluß des Designers mittelbar (Selektionskriterien, Trends)

> ansatzweise Züge von autonomen Produkten

Autonome Produkte

> Integration von KI in unterschiedlichen Lebensbereichen

> Produkte, deren Zweck aus dem Einsatz von KI herrührt

> Produkte, die keine determinierbares operationales Interface haben

> Verhaltenselemente werden von Designern gestaltet

Geborene Produkte

> hochgradig intelligente Automaten bilden eigene Kultur

> Produkte, die von Maschinen (´Artilects´) gestaltet werden

> Produkte, die nicht zwangsläufig dem Menschen nutzen

Hier wird deutlich, welcher Zusammenhang meines Erachtens nach zwischen der ´Stärke´ der Künstlichen Intelligenz, ihrer gesellschaftlichen Integration und der Art der zu gestaltenden Produkte besteht. Das assemblierte KI-Produkt haben wir bereits, und es wird sich weiter verbreiten. Wenn die Methoden der KI in die Produktionsmittel des Designs einfließen, dann wird das gezüchtete Produkt rasch folgen. Dabei wird der Übergang zwischen dem gezüchteten und dem autonomen Produkt wahrscheinlich unmerklich sein, da autonome Produkte nach derselben oder einer erweiterten Methodik gestaltet werden. Die Grenzen sind also unscharf.

Wenn sich KI-Produkte und ihre Produktionsmittel weltweit etabliert haben, ist in meinen Augen eine ´promethische Schöpfung´ von ´Artilects´, intentional oder aus Versehen, nicht mehr ausgeschlossen. Da intelligente Automaten auch materielle oder immaterielle Bedürfnisse haben werden, werden sie ihre eigenen Produkte herstellen. Ich nenne diese Produkte ´geboren´, da sie möglicherweise wiederum intelligent sind, also in Analogie zur biologischen Geburt ein Wachstum, eine Reproduktion oder eine andersartige Fortpflanzung darstellen (so wie es Pflanzen gibt, die unterschiedliche Spezies in ihrer Generationsfolge haben, beispielsweise einige Farne).

Ein weiterer Grund für diese Anlehnung an die Biologie ist die Vermutung, daß Automaten, deren Komplexität zu einer Art Bewußtsein reicht, eher biologischen Systemen gleichen als physikalischen, so daß als Beschreibungsebene für solche ´Wesen´ auch eher d