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Anwendungen Professioneller Einsatz als Softwarelösung Professioneller Einsatz als Hardwarelösung Die Performance / Player Lösung Intelligente Musik in Videospielen Plugin für klassische Sequenzer
Wofür kann man solche ein Kompositionskonzept einsetzen und wie muß eine Anwendung demnach aussehen? - Hier findet sich eine beispielhafte Liste von Einsatzfeldern, für die eine Anwendung des Semantics-in-Music-Konzeptes entwickelt werden könnte.
Professioneller Einsatz als Softwarelösung Der naheliegendste Einsatz dieses Konzeptes liegt in einer professionellen Anwendung für Musiker, die über einen Computer mit angeschlossenem MIDI-Environment verfügen. Diese Software erlaubt neben dem Abspielen der Stücke auch die Editierung sowohl von Kompositionsregeln (Filtern) als auch von Ausgangsmaterial (Kontextparameter). Kontexte sollten über eine Analyse beispielsweise von MIDI-Songfiles erstellt werden können. Gleichzeitig sollte es eine Reihe von Editoren geben, die die Daten der Kontexte in herkömmlicher Weise aufbereiten und veränderbar machen, so daß man Rhythmen zunächst pur" wie an einem Drumcomputer oder Harmonics wie über die Notation für Gitarrengriffe aufzeichnen kann. Es sollte neben einer Vielzahl von Standardfiltern auch solche geben, die komplexere Eingriffe erlauben als über numerische Parameter, beispielsweise über editierbare Logik-Flußdiagramme oder einfache Skriptsprachen wie ECMAscript. Filter und Kontexte können variabel archiviert und verteilt werden. Dadurch entsteht beispielsweise die Möglichkeit, Stücke mit demselben Ausgangsmaterial von unterschiedlichen Leuten unterschiedlich interpretieren zu lassen. Nachdem als Nebenprodukt der Semantifizierung" grundsätzlich alle Strukturgebung der Stücke auf Echtzeitfunktionen basiert, sollte es eine übergeordnete Ebene geben, mit der Parameteränderungen aufgezeichnet werden können. Diese stelle ich mir ähnlich wie in After Effects (Videobearbeitung von Adobe) vor, mit einer Timeline, die für jede Spur und jeden Parameter wahlweise Gummibänder (Splines) bereit stellt. Weiterführend sollten als Tonerzeuger neben MIDI-Environments Schnittstellen wie MAS und VST eingebunden werden, so daß Kanalzüge von Instrumenten mit nachgeschalteten Effekten benutzt werden können. Diese Lösung wäre eine Pendant zu den bekannten Produkten im Bereich MIDI-Sequencing. Über eine Exportfunktion, beispielsweise die Aufzeichnung der Stücke im MIDI-Format würden sich die Pakete idealerweise ergänzen. nach obenProfessioneller Einsatz als Hardwarelösung Etwas weiter ginge eine Kombination aus Software und Hardware, die insbesondere für den naheliegenden Live-Betrieb interessant wäre. Als Hardware würde eine Art Faderbox dienen. Die Arrangements von Kontexten und Filtern würden am PC wie bei der reinen Softwarelösung erstellt werden. Die Faderbox wäre über MIDI oder USB mit dem Rechner verbunden und übernimmt zahlreiche Eingabe- und Performanceaufgaben. Wenn man die Arbeit an einem Stück beendet hat, kann man es auf die Hardware übertragen, die dann als mobile Abspielplattform fungiert. Vergleichbar wäre dies mit dem Clavia Nord modular, dessen Patches man am Rechner editiert und dann in den Tonerzeuger lädt. Stellen Sie sich vor, Sie hätten sogar VST-Plugins oder andere native Tonerzeuger zur Verfügung und könnten mit der Aktentasche auf Tour oder ins Studio gehen. Wenn mehrere Module vernetzbar sind, können einzelne Musiker unterschiedliche Parametersets, beispielsweise nach Spuren getrennt, bearbeiten, so daß auch im Live-Vortrag ein Zusammenspiel mehrerer Persönlichkeiten möglich ist. nach obenDie Performance / Player Lösung Wenn man die direkte Editierbarkeit von Kontexten und Filtern vernachlässigt, kann man sich Soft- und Hardwarelösungen vorstellen, denen eine Bibliothek an Styles und Presets beigelegt ist. Diese wäre dazu in der Lage, auch Nicht-Musikern oder solchen, die auf vorgefertigtes Material zurückgreifen mögen, ein kreatives Tool anzubieten. Diese hätten die Funktion von Begleitautomaten oder musikalischen Spielen. Eine weitergehende Technologie ermöglicht das direkte Zusammenspiel mehrerer Leute in einem vernetzten System, beispielsweise über das Internet, ähnlich dem Live-Vortrag im vorigen Beispiel. [ Dies war übrigens der Ausgangspunkt für dieses Konzept 1996 im Rahmen einer Internetradio-Konzeption für MDR Sputnik. Damals galt dieses Konzept noch als nicht umsetzbar. ] nach obenEine reine Playerlösung könnte über sie semantischen Fähigkeiten verfügen, ein komplettes Soundtrack zu erstellen. Man würde den Szenen des Films verschiedene Charakteristika zuordnen und die Musik automatisch generieren lassen. Stellen Sie sich ein Interface vor, das Ihren Film abspielt, und Sie könnten der Software sagen jetzt Verfolgungsjagd" oder jetzt Liebesszene im düsteren Ambiente"... Natürlich hätten sie eine Vielzahl von Eingriffen zur Verfügung, mit denen sie den Charakter einzelner Passagen und Übergänge nachträglich beeinflussen könnten. nach obenIntelligente Musik in Videospielen Ähnlich wie Sie einen Film vertonen könnten, könnte der Player als Audioengine in Videospielen zum Einsatz kommen. Über eine API steht den Programmierern des Spiels eine Schnittstelle zur Verfügung, mit der Situationen nach beschreibenden Attributen in eine entsprechende Anweisung übersetzt werden kann. nach obenPlugin für klassische Sequenzer Eine weiter Alternative wäre der Einsatz der Technologie als Plugin für gängige MIDI-Sequenzer wie Logic, Performer oder Cubase. Hier müßten die aufgezeichneten MIDI-Events in Echtzeit analysiert und verbogen werden. Dazu müßte das Plugin jede MIDIspur auslesen können, um die gesamtheitlichen musikalischen Zusammenhänge zu erfassen. Nach der Spezifikation von VST 2.0 ist es möglich, Plugins zu entwickeln, die MIDI empfangen und senden können. Jedoch ist meines Wissens nach keine Applikation auf dem Markt, die VST Plugins in reinen MIDI Kanälen zuläßt. Zur Zeit sind dies immer Kanäle für VST-Instrumente. Eine elegante Lösung ist hier demnach von der weiteren Entwicklung auf diesem Marktsegment abhängig. |